Bibelwort


Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde,

voller Freude kam der Neunjährige nach Hause. Er hatte die Hauptrolle im Krippenspiel ergattert. Den Wirt sollte er spielen in der Kirche am Heiligen Abend.

Und dieser Wirt sollte diesmal ganz im Mittelpunkt stehen, wie er Josef und die hochschwangere Maria zuerst abweist, weil in der Herberge alles besetzt ist, sich dann aber doch erweichen lässt und ihnen immerhin den Platz im Stall überlässt.

Es ist schön, wenn in den Weihnachtstagen auch die Nächstenliebe Hochkonjunktur hat, wenn die, die Hilfe und Unterstützung brauchen, sie auch bekommen, wenn wir unsere Herzen und wohl auch unsere Häuser nicht verschließen vor der Not vor unserer Tür und in der Ferne.

Und doch heißt der Kern der Weihnachtsbotschaft nicht „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“, sondern „Euch ist heute der Heiland geboren!“

Als himmlische Engelsnachricht erreicht die Botschaft zuerst die Hirten, also die Ärmsten der Armen in der Weihnachtsgeschichte und gibt ihnen damit bleibende Würde. Die Hirten hält es nicht bei ihren Herden. Sie müssen nachsehen, was dran ist an dieser Geschichte und geben denen, die ihnen begegnen, die Botschaft weiter: „Heute ist der Heiland geboren – auch für euch!“

Welch eine Freude ist es für mich, dass damals in Bethlehem auch für mich der Heiland geboren wurde. Welch eine Freude ist es, in den Geschichten, die dieser Heiland erzählt hat, Gott so kennenzulernen, dass ich mich bei ihm geborgen wissen darf. Welch eine Freude ist es, getrost auf mein Ende zuleben zu dürfen in der Gewissheit, dass das Sterben und Auferstehen des Heilandes mir die Tür zu Gottes ewiger Herrlichkeit auftut.

Von dieser Freude war in dem Krippenspiel über den Wirt von Bethlehem nichts zu hören. So war am Ende auch die Freude, diese Rolle zu spielen, nur halb so groß. Aber die Weihnachtsfreude bliebt: „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids!“

Diese Freude wünsche ich Ihnen auch,


Ihr Superintendent

Bernd Reitmayer